Auf den Spuren…

September 20, 2011

Obwohl bereits einige Monate verstrichen sind, bleibt’s zeitgenössisch: hier ein paar persönliche Erinnerungen an einen beeindruckenden Besuch in Minas Gerais, eigentlich der brasilianische Bundesstaat, der für Käse, Cachaça und Goldminen bekannt ist.

Aber auch Freunde der Architektur und Kunst bekommen den Mund nicht zu. Belo Horizonte, Hauptstadt und im Zentrum ziemlich straff durchgeplant was das Verlaufen unmöglich werden lässt, überraschte mich zunächst ganz unverhofft mit einem kurvigen Gebäude am Praça da Liberdade, welches, wie sollte es anders sein, von Niemeyer entworfen wurde.

Außerdem lädt die Stadt ein zu einem Besuch an der Lagoa da Pampulha. Entweder man wirft einen Blick auf eines der großen Stadien, die bereits für die WM umgerüstet werden oder man macht sich sofort auf den Weg entlang der “Lagune”, die genauso gut, nach Oscar Niemeyer benannt werden könnte. Von der Igreja São Francisco de Assis, vorbei am von Oscar konzipierten Yachtclub (früher öffentlicher, heute privater Club) und vielen luxuriösen Häusern, auf die wir dank der hohen Mauern nicht so richtig neidisch werden, erreichen wir das Casa do Baile – früher ein wunderschönes Tanzrestaurant – mittlerweile ein wunderschöner Ausstellungsort, der durch eine Kulturstiftung genutzt wird. Wer willig ist, sollte sich auf jeden Fall noch auf den Weg bis zum Museu de Arte da Pampulha machen. Mein Tipp: vorher schauen, ob das Museum gerade geöffnet ist, oder nur der Umbau für die nächste Ausstellung stattfindet.

Auch der Tagesausflug nach Inhotim ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr, hat jedoch noch nicht seinen Reiz verloren. Die doch sehr polemische Entstehung dieses riesigen Natur-Kunst-Outdoor-Spielplatz lässt sich kaum beschreiben. Die Idee ist, die Besucher auf ihren Wegen durch den Botanischen Garten über zeitgenössische Kunst stolpern zu lassen und sie in eine der 17 Galerien zu locken. Wer will kann in der Galerie Cosmococa (Schuhe ausziehen!) entweder in Hélio Oiticicas Swimmingpool hüpfen oder in der Hängematte baumelnd Jimmy Hendrix hören. Einfach großartig. Und würde ich jetzt weiter erzählen, wer ich morgen noch nicht fertig. Deshalb einfach noch ein paar Fotos und die Empfehlung irgendwann selbst vorbei zuschauen.

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/von Julia Ziesche